Erste Hilfe / Sofort Maßnahmen

Richtiger Transport

Erste Hilfe für ein gefundenes Rehkitz, Hirschkalb, Sikakalb, Geiskitz oder Muffelkalb. Wenn abgeklärt wurde, ob das Tier überhaupt Hilfe nötig hat, kann man es am besten in einem Transportkorb / Transportbox / größeren Karton mit Luftlöchern, etwas abgedunkelt zu seiner neuen Bleibe transportieren. Der Kontakt und Transport sollte so ruhig und stressfrei wie möglich ablaufen, (bitte nicht den Kindern abwechselnd auf den Schoß geben, weil jeder es mal halten möchte) Das Kitz könnte am Stress verenden, darum sollte jegliche Aufregung unterbunden werden.

Flüssikeit / Trinken !

Da höchst wahrscheinlich keine Spezialaufzuchtsmilch im Haus sein wird, kann man dem Tier zumindest ein flaches Schälchen Wasser hinstellen, einen (natürlich nicht mehr heissen) Tee, bestenfalls mit Traubenzucker anbieten. Wer Ziegenmilch im Haus hat kann auch diese dem Kitz anbieten. Es darf keine andere Milch sein! Nur Ziegenmilch ist den kleinen Kitzen bekömmlich, von anderer Milch ist dringend abzuraten, da die kleinen auch nach geringen Gaben versterben können. Ziegenmilch bekommt man frisch im Bioladen oder im Tetrapack (3,5%) in namenhaften Kaufmärkten (Reichelt, EDEKA, Kaufland etc.) Bringen Sie die Ziegenmilch auf 38-39°C und versuchen Sie dem Kitz etwas davon zu geben, jeder Tropfen zählt! Aber nicht mit Gewalt! Vielleicht haben Sie eine kleine Futterspritze oder eine Katzen/Hunde-Aufzuchtsflasche im Haus oder können diese besorgen? In den Apotheken bekommen Sie Plastikeinwegspritzen (ohne Nadeln) und können damit kleine Mengen ins Mäulchen geben.

Genau untersuchen !

Nehmen Sie sich Zeit und untersuchen das kleine sorgfältig auf Wunden, Verletzungen, Parasiten (Zecken mit einer Pinzette abziehen). Flöhe sind unwahrscheinlich, selten hat ein Kitz mal einen Floh, also bitte keine übereiligen Parasitenbehandlungen durchführen, diese können rasch zur Vergiftung des Kitzes führen. Selbst die für Katzenbabys verträglichen Frontline-produkte sind für das kleine Kitz absolut unverträglich und führen zum Tod! Im Zoofachmarkt (z.b. Fressnapf) gibt es ein absolut pflanzliches Mittel (EUKACID, unverb. Preisangabe 6,99 €), das können Sie benutzen und 1-2 Tropfen zwischen die Schultern geben. Hören Sie die Atmung des kleinen, pfeift es, rasselt es, hat es eine angestrengte Atmung, könnte es eine Lungenentzündung haben und benötigt Medikamente. Ist das Tier verletzt müssen Sie es bitte einem Tierarzt vorstellen (drucken Sie sich hierfür die Tierarztinfo aus und nehmen diese mit, falls der Tierarzt ehe selten ein Kitz in der Praxis hat). Vielleicht haben Sie ja die Möglichkeit den Tierarzt zu sich nach Hause kommen zu lassen, dann muss das Kitz nicht wieder dem Transportstress ausgesetzt werden (wobei eine Behandlung bei schweren Verletzungen in der Praxis angebrachter ist).

Lesen Sie sich die folgenden Seiten und Hilfsthemen sorgfältig durch, ggf. mit einer zweiten Person um Missverständnisse zu vermeiden! Genaueres unter richtig helfen


Die Aufzucht


Punkte die bei der Aufzucht beachtet werden sollten finden Sie hier im kurzen Überblick

 

Unterkunft

Jedes Kitz braucht eine geeignete Unterkunft von etwa 2 Quadratmeter Fläche und mindestens 80-100 cm Höhe (für die erste Zeit, später wesentlich mehr!) Lesen Sie mehr über die sachgemäß hergerichtete Unterkunft.

Ernährung

Neben der medizinischen Versorgung und angemessener Unterbringung ist die richtige Fütterung das A & O der Kitzpflege. Machen Sie sich sachkundig, informieren Sie sich unter Ernährung von Kitzpfleglingen.

 

Aufzucht verwaister Kitze und Kälber

Die Kitzaufzucht ist eine sehr schwierige Aufgabe, Zeitintensiv und auch kostspielig. Es bedarf Fachwissens, Zeit, Geduld, Platz und hoher Einsatzbereitschaft! Wer das nicht leisten kann oder nicht leisten will, sollte sogleich das Tier in geeignete Hände übergeben. Ausführliche Informationen finden Sie unter Aufzucht.

 

Krankheiten

Unter Krankheiten müssen nicht immer gleich auf den Menschen übertragbare und gefährliche Krankheiten verstanden werden, verfallen Sie hier nicht in unnötige Ängste. Aber oftmals sind die kleinen, bereits sehr geschwächten Kitze krank, z. B. mit Unterkühlung, Lungenentzündung, Austrocknung, Vitamin B Mangel (Sternengucker) und anderes. Zögern Sie den Gang zum Tierarzt oder einer Pflegestation nicht hinaus (hier geht es um Stunden und sogar Minuten! Nicht um Tage nach dem Wochenende!) Weder Wärme noch Futter können Krankheiten heilen! Beachten Sie beim Umgang mit Kitzen die Grundregeln der Hygiene! Waschen Sie sich nach jedem Kontakt gründlich die Hände! Hinweise zu Kitzkrankheiten und Informationen über die Erste Hilfe können Tierfreunde und Kitzpfleger unter Krankheiten nachlesen.

Veterinäre und Kitzstationen verweisen wir auf unsere, von einem mit Kitzpatienten sehr erfahrenem Tierarzt und Kitzretterin gemeinsam verfassten, Seite "Rehkitz in der Tierarztpraxis", die immer wieder auch aktualisiert wird.

Auswilderung

Nach der Gesundung und/oder Überwinterung in menschlicher Obhut ist es Zeit, das Kitz im Folgejahr in die Freiheit zu entlassen. Wie man dabei am besten vorgeht, lesen Sie unter Auswilderung.

Die Auswilderung ist nicht mit einem Aussetzen gleichzusetzen. Es ist sogar strafbar. Denn das Tier wird sich nicht von nun auf Gleich ohne weitere Kenntnis und Vorbereitung in der Wildnis zurecht finden. Wo und wie findet es Wasser und kommt mit der neuen Umgebung zurecht. Gegenläufig mancher Meinungen können Rehkitze sehr wohl und auch sehr gut ausgewildert werden. Fakten und Zahlen sprechen für sich, erfolgreiche Auswilderungen sind im hohem Maße bereits durchgeführt worden! Rehe sind Fluchttiere, Wildtiere die sich aufgrund ihres scheuen Wesens niemals als Haustier eignen werden. Mit zunehmenden Alter werden sie auch gegenüber den vertrauten Pflegern zunehmend scheuer und zurückhaltender. Fremden gegenüber bleiben diese Tiere immer scheu und ergreifen sofort die Flucht vor ihnen.

 

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